Erstellt von Yoda am 21.06.2010 um 00:44 Uhr in der Kategorie Innere Welt
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Von den grossen Weltreligionen halte ich nicht sehr viel. Ich respektiere freilich jene Menschen, die sich an jene Schranken halten, sich dem Glauben hingeben und dabei vielleicht Freiheit finden. Es steht mir nicht zu, Philosophien anderer Menschen zu beurteilen oder gar über sie zu urteilen. Aber es steht mir zu, meine eigene Weltanschauung zu zimmern, Geist, Materie, Raum und Zeit sowie die universelle Welt so zu konfektionieren, dass daraus Sinn entsteht. Das klingt überheblich, vielleicht auch atheistisch, aber in Wahrheit treibt mich bloss die Suche nach dem Sinn des Lebens dazu an.
Seit ich denken kann - oder treffender gesagt, seit dem ich mich an mein Denken erinnern kann - gibt es für mich zwei Grundsätze, welche bis heute nichts an ihrer Klarheit und Wahrheit eingebüsst haben. Während der ganzen Zeit habe ich die beiden Sätze nie wirklich vergessen, obschon sie während einiger Zeit ganz arg in den Hintergrund gedrängt wurden. Die beiden Sätze geben für mich nach wie vor die Grundlage wieder, worauf das Leben setzt:
1. Ich habe mich nicht selbst erzeugt, sondern ich wurde erschaffen.
2. Ich bestehe aus mehr, als nur aus meinem materiellen Körper.
Während dem ich den ersten Satz zum meinem Erstaunen Jahrzehnte später in meinem Lieblingsbuch Ein Kurs in Wundern wiederfand, stiess ich auf den zweiten Satz im ersten Buch von Robert Monroe, das in der deutschen Übersetzung den Titel Der Mann mit den zwei Leben trägt. So bilde ich mir ein, dass ich damit wohl nicht so sehr daneben liegen kann. Denn beide Sätze führen nach meinem Dafürhalten zu einer gesunden Achtung vor dem Leben und damit auch zu Respekt vor den Mitmenschen. Ich meine, dass dies ein sehr wichtiger Bestandteil einer Überzeugung oder eines Glaubens ist. Denn mit diesen Grundsätzen (vor allem mit dem zweiten) stehe ich teilweise am Abgrund der klassischen Religionen, am Scheideweg zwischen den klassischen Wissenschaften und den Grenzwissenschaften und damit wohl auch am Tor der Sekten und eigentümlichen Glaubensreligionen. Letztere beeindrucken mich zwar überhaupt nicht - im Gegenteil - aber ich bin mir bewusst, dass ich ein Gebiet anspreche, das nicht über alle Zweifel erhaben ist. Trotzdem - oder gerade deswegen - fasziniert es mich.
Immer wieder erstaunt es mich, wie Menschen mit dem ersten Satz umgehen. Nämlich überhaupt nicht. Denn viele von uns kümmern sich nicht darum; wir befinden uns in der Zeit, in der Brot und Spiele wichtiger sind als alles andere. Wir zerstreuen uns, um zu verhindern, dass wir uns mit essentiellen Fragen beschäftigen müssen. Oder wir huldigen unserem höchsten Gott, der Wirtschaft, der Macht und dem Ruhm. Derweil ist der erste Satz die Grundlage des Lebens schlechthin, beziehungsweise die Art und Weise, wie das Leben betrachtet wird. Wir haben einen Schöpfer; und wenn er nur der "darwinsche Zufall" wäre. Den Namen Zufall darf ich sogleich entkräften, denn das Wort beschreibt, dass mir etwas zugefallen ist, was gleichzeitig darauf schliessen lässt, dass sich eine Absicht dahinter verbirgt. Für mich ist es ganz klar wie Glas: Ich wurde erschaffen und ich habe überhaupt keine Mühe damit, für mein Leben zu danken. Im Gegenteil.
Der zweite Satz mag zuweilen mehr provozieren, als tatsächlich darin steckt. Ich spreche hier nicht davon, dass unser Geist ausserhalb des Körper existieren kann - was für mich gar keine Frage ist -, sondern der Geist bildet Materie und nicht umgekehrt. Hierin dürfte wohl die grösste Verwechslung überhaupt zu finden sein. Mein Wesen bringt ein Antlitz, ein Gesicht hervor; mein Geist richtet sich nicht nach meinem Körper. Im Anfang war das Wort und nicht die Materie.
Aus diesen beiden Grundsätzen lassen sich Schlüsse ziehen und gleichzeitig bieten sie aber auch Raum für Spekulationen. Das dürfte wohl aber bei den meisten Grundlagen dieser Art der Fall sein. Aber eigentlich wollte ich gar nicht darüber schreiben, sondern bloss eine kurze Notiz hinterlassen, dass ich mir wieder mal ein Buch gekauft habe, das nicht aus der Ecke der Fachbücher stammt. Und derweil werde ich erneut redselig.
Grundlagen und Praxis der Rückführungstherapie - Das Schicksal des Menschen aus Sicht der Reinkarnationslehre. Wieder ein solch esoterisches Zeug! Nein, ich glaube nicht, mindestens werde ich darüber berichten, sobald ich vom Einen oder Andern überzeugt bin. Verfasst hat das Buch Alexander Gosztonyi im Jahre 2009. 1'270 Seiten ist der Schinken stark. Es wird also eine Weile dauern, bis ich da durch bin, denn meine Freizeit ist arg verplant. Aber ich freue mich trotzdem sehr auf dieses hoffentlich tolle Buch! Bei Thalia, wo ich das Buch erstanden habe, ist folgende Beschreibung zu lesen:
Hiermit wird das erste umfassende Lehrbuch der Reinkarnationslehre vorgestellt. Es wendet sich an Therapeuten und an jeden, der an persönlicher Entwicklung interessiert ist. Einsicht in die Vergangenheit wird mit Hilfe von Rückführungen gewonnen, um unbewusste Vorgänge im heutigen Leben zu erkennen. Denn: Wer Schwierigkeiten und Krankheiten ausgesetzt ist, möchte wissen, weshalb sie ihm widerfahren und was er tun kann, sie künftig zu vermeiden. Eine neue Psychologie stellt sich vor. Die Therapie richtet sich dabei nicht auf die Vergangenheit, sondern allein auf die Gegenwart und deckt Gründe für Probleme im jetzigen Leben auf. Das Buch stellt die Grundlagen dar, gibt präzise Anleitungen für die Praxis der Rückführungstherapie und Impulse zur Aufarbeitung der Vergangenheit: Reinkarnation und Karma, psychische und körperliche Probleme, Krankheit und Widerstand. Ergänzend enthält es viele Fallgeschichten. Nie zuvor ist die Thematik nachhaltiger und berührender dargestellt worden.
Schlagworte: Leben • Religion • Glaube • Überzeugung • Inkarnation
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Kommentar von beat vom 22.06.2010 um 23.52.32 Uhr
Was soll das bringen? Rückführung? So ein Käse! Wer offen und ehrlich im Umgang mit sich selbst lebt, bemerkt ganz automatisch, in welche Richtung er lernen und sich verändern soll. Die Nebel lichten sich nicht, wenn man lange in der Vergangenheit rührt. Sie lichten sich nur durch Ehrlichkeit und Unvoreingenommenheit. Und gerade diese Unvoreingenommenheit verliert man durch unnützes "Aufarbeiten der Vergangenheit". Darauf würde ich keine Zeit verschwenden. my2cents
Kommentar von Roman Hanhart vom 23.06.2010 um 08.24.05 Uhr
Hallo Beat Nach Deiner Beschreibung braucht es die Rückführung (was man auch immer darunter verstehen will) gar nicht, weil sie ein integrativer Bestandteil der täglichen Arbeit an sich selbst ist. Unvoreingenommenheit und Offenheit fehlen halt oft in der ausgeprägten Weise, wie sie offenbar bei Dir vorhanden sind und dann sind andere Wege nicht unbedingt verkehrt. Der Weg zu sich selbst ist ein sehr individueller Vorgang. Jedem sein Weg.
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